Willkommen Gast am heutigen Mittwoch, den 7. Dezember 2022

Maibaumsetzen 2022

Der 1. Mai 2022 begann schon gebührend als die Sonne am wolkenlosen, blauen Himmel Remse an diesen Sonntagmorgen in ihr helles Licht tauchte. Rückblickend fragten sich viele Vereinsmitglieder und Kameraden der Remser Feuerwehr, ob es tatsächlich auf den Tag drei Jahre her sein sollte, als man das letzte Mal vor Publikum den Maibaum aufstellte. Doch all die ungewisse Warterei durch Corona hatte nun ein Ende und man konnte sich endlich wieder daranmachen, Tische und Bänke aufzustellen, die Holzkohle auf dem Grill anzuzünden, den Kuchen zu schneiden, die Gulaschkanone anzuheizen und die Biergläser fein säuberlich bereitzustellen. Die Routine hat die Remser Wehr und der Verein nie verloren und so waren gegen 9:30 Uhr die Vorbereitungen abgeschlossen. Auch die Musikanten der Feuerwehrkapelle St. Egidien trafen nach und nach auf dem Platz ein und bereiteten sich auf einen ihrer ersten Auftritte nach der langen Zwangspause vor. Zu diesem Zeitpunkt konnte man allerdings zweifeln, ob denn zum Startschuss wirklich ein paar Gäste vor Ort sein würden, denn es sah noch ziemlich leer aus. Aber wer regelmäßig das Remser Maibaumsetzen besucht, kennt den Effekt. Binnen 10 Minuten tauchen plötzlich die Remser und ihre Gäste aus allen Ecken und Gassen auf und der Platz ist voll.

So konnte dann auch pünktlich 10 Uhr der Vereinsvorsitzende Markus Leuschner das Mikrofon in die Hand nehmen und alle Anwesenden auf das Herzlichste begrüßen. Kurz darauf ertönte das Signal zum Einmarsch des Maibaums und die Kapelle begann mit der Einmarschmeldodie. Kurz darauf drehten sich die Köpfe und man konnte förmlich zuschauen, wie sich die Freude über jedes einzelne Gesicht ausbreitete als sich die Jugendfeuerwehr mit dem Mai-Kranz, gefolgt von den strammen Remser Feuerwehrkameraden mit dem Maibaum auf ihren Schultern, auf den Festplatz bewegten. Manche klatschten sofort im Takt der Musik mit als sich der ca. 13m lange Maibaum an ihnen vorbei bewegte. Es war die spürbare Erleichterung, endlich wieder ein Fest feiern zu dürfen, welches nicht von Einschränkungen, Verboten und Vorschriften geschmälert wurde.
Der Höhepunkt stand bevor – das Aufstellen des Maibaums. Doch auch hier hatten die Kameraden nichts verlernt. Nachdem der Kranz sicher befestigt war ertönte der Trommelwirbel und das Signal von Kamerad Leuschner, den Baum zu heben. Und traditionell reicht in Remse die pure Muskelkraft der Männer um den Maibaum in die Senkrechte zu befördern. Ein Tusch, gefolgt von Applaus der Menge bestätigte die Anstrengung – der Remser Maibaum 2022 steht. Leuschner verlas noch ein Gedicht zum Fest des Maibaumsetzens und konnte dann bereits den nächsten Höhepunkt ankündigen. Der neu gewählte Remser Bürgermeister Karsten Schultz musste zum Fassbieranstich schreiten. Nachdem er ebenfalls ein paar Grußworte an die Gäste gerichtet hatte, band er sich die Schürze um und nahm den Holzhammer in die Hand. Und es kam so, wie es sich die Meisten natürlich immer heimlich wünschen. Bei seinem Einstand ging nicht alles glatt und es spritzte zunächst jede Menge des kostbaren Gerstensaftes auf den Boden. Doch nach weiteren kräftigen Schlägen war der Zapfhahn schließlich dicht und die Kameraden der Feuerwehr konnten sich endlich mit ihren Gläsern ein kühles Blondes abholen. Mit dem obligatorischen 3-fachen „Gut Wehr“ beendete man dann den offiziellen Teil. Den anwesenden Radfahrern wünschte man unfallfreie Fahrt. In diesem Jahr wurde der Muldentaler Radlerfrühling nicht zeitgleich in Remse eröffnet. Doch es fanden trotzdem genug Pedalritter mit mittlerweile immer mehr E-Bikes ihren Weg zu uns.
So entstand bei besten Kaiserwetter schnell eine angenehme Atmosphäre auf dem Festplatz. Die Kapelle spielte die bekannten Melodien, die Bänke an den Tischen waren bis auf den letzten Platz gefüllt, die Menschen sprachen, aßen, tranken und unterhielten sich, als hätte man sich zwei Jahre nicht gesehen. Auch die Verkaufsstände und der Bierwagen waren stets von Gästen umlagert. Neu dieses Jahr war ein Stand des Heimatvereins Remse, der frisch vor Ort geräucherten Fisch anbot, welcher am Ende des Tages auch ausverkauft war.

Ein Höhepunkt stand allerdings noch bevor. Die Abteilung der Jugendfeuerwehr Remse feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen. Aus diesem Grund und gerade auch nach der langen Zwangspause für den Nachwuchs hatte sich der seit 2004 amtierende Jugendwart Kamerad Alex. „Axl“ Frieske entschlossen, wie schon vor 5 Jahren wieder eine kleine Schauübung auf die Beine zu stellen. Durch drei Neuzugänge in den letzten Monaten waren zum Glück auch genügende Kinder und Jugendliche verfügbar, um ihr Können zu präsentieren. Momentan befinden sich 2 Mädchen und 8 Jungen im Alter zwischen 10 und 16 Jahren im Remser Feuerwehrnachwuchs. Gegen 14:30 Uhr begann die kleine Show. Die Kameraden der Altersabteilung, Rainer Schmidt und Paul Schubert, hatten sich extra verkleidet und spielten eine Szene, in der sie gerade vom Urlaub zurückkamen und dann ein Feuer im ehrwürdigen Remser Colosseum bemerkten. Pflichtbewusst und mit einem Schuss Ironie und Spaß vermittelte man den Gästen, was in so einem Fall zu tun ist und alarmierten schließlich die Feuerwehr per Notruf. Sekunden später ertönte das Martinshorn und mit Blaulicht fuhr das ältere der beiden Remser Einsatzfahrzeuge auf den Platz, was bei den anwesenden Kindern natürlich große Augen und Begeisterung auslöste. Der Jugendwart selbst war in die Rolle des Einsatzleiters geschlüpft und rief die Jugend nach einer kurzen Lageerkundung vor das Fahrzeug. Dann ging alles ganz schnell und professionell von statten. Man baute einen sog. Löschangriff mit drei Strahlrohren auf, kuppelte eine Saugleitung, rettete und versorgte eine verletzte Person und schloss die Schläuche an das Wassernetz an. Nach 5 Minuten kam Wasser aus den Strahlrohren und man konnte das Dach des Colosseum wässern. Moderiert vom ehemaligen Wehrleiter und Vorsitzenden der Alters- und Ehrenabteilung, Kamerad Peter Schnabel, wurden den Gästen und Eltern der Jugendlichen das komplette Spektrum der Feuerwehr geboten. Nach dem „Feuer aus!“ konnten sich die Mädchen und Jungen zurecht stolz mit ihrem Jugendwart vor dem Fahrzeug aufstellen und den Applaus und die Anerkennung der Anwesenden genießen.

Damit neigte sich dieser wunderschöne Tag dann auch langsam seinem Ende entgegen. DJ Max Fritsche versorgte die Ohren der Gäste mit der passenden Musik und im Bierwagen steckte man ein Fass nach dem nächsten an bis die Kameraden schließlich mit dem Abbau beginnen mussten, denn sonst hätte so mancher Gast sicher bis weit in den Abend gesessen.
Alles in allem ein perfekter, wunderschöner Tag – da waren sich alle sicher! An dieser Stelle noch einmal Dank an die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Remse, den Mitgliedern des Vereins Freiwillige Feuer Remse e.V., den Heimatverein Remse, der Gemeinde Remse sowie natürlich allen Remsern und ihren Gästen für dieses wunderschöne Maibaumsetzen.

A. Frieske

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